Peter D. Zettel
Denkkunst

Sein, was man ist

Auch das ist eine Frage des Wissens, genauer der Bewusstheit. Es braucht eben im Leben beides: Wissen und Mystik beziehungsweise Religion.

Sein, was ich bin‘ heißt zum einen, dass wir nur sein können, was wir sind und auch nichts absichtlich werden können. Darin liegt aber auch die Aufforderung, das zu sein, was man im Wesen ist - ohne es willentlich anzustreben. Je bewusster uns ist, was wir tun, und je klarer wir die Wirklichkeit zu sehen, Pardon, zu denken in der Lage sind, desto mehr nähern wir uns dem Ideal, dem Mythos von uns selbst an.

Wir dürfen nur nicht der Illusion verfallen, wir könnten irgendetwas willentlich werden, noch dürfen wir dem Irrglauben anheim fallen, wir könnten uns nur sehr begrenzt ändern; genauso wenig, wie wir glauben dürfen, die Wirklichkeit sei etwas unveränderliches, in Stein Gemeißeltes.

Wir selbst sind es, die unser Leben gestalten und ausrichten können, doch das ist nicht beliebig. Der Kosmos, das Universum und die Natur hat uns Bahnen vorgegeben. Bewegen wir uns innerhalb dieser Bahnen, ist es wie ein leichtes, fröhliches wandern. Je mehr wir uns aber im Widerspruch zu den kosmischen Prinzipien verhalten, desto schwieriger und anstrengender wird der Weg.

Es liegt an uns selbst, wie unsere Wirklichkeit wird. Aber wir müssen uns davon verabschieden zu glauben, wir könnten uns ‚managen‘. Es ist eben die Haltung, die uns ausmacht.

Haltung ist meine Robe,
Präsenz das Rakusu.
Bewusstheit ist der Weg,
Beziehungen mein Koan.

Nur so kann ich sein, der ich bin.